Preiserhöhungen gehören ja mittlerweile zum guten Ton eines jeden Unternehmens. Da wird die Milch teuerer erst, weil angeblich die Chinesen so viel davon verbrauchen würden. Komisch, ausgerechnet in einer Region, in der die so genannte Laktose-Intoleranz extrem verbreitet ist, wie man hier oder dort nachlesen kann. Und wenn der Milchzucker als Alibi nicht mehr genügt, um an der Preisschraube zu drehen, dann werden eben von Lobbyisten kurzer Hand die Milchbauern vorgeschoben. Die würden ja viel zu wenig Geld für die weiße Flüssigkeit bekommen. Unhaltbar, gemein, schlimm, schlimm - rauf mit dem Preis. Der Verbraucher zahlt schon.
Nun hat das Poker Blatt nichts mit Milchbauern zu tun, auch mit Asien nichts und mit Laktose ohnehin nicht. Der Preis des Magazins, dass fachlich betrachtet eine Zeitschrift ist, wird (vermutlich) erhöht. Er steigt mit der kommenden Ausgabe, wie man aus einem Werbebanner auf Poker Olymp ersehen kann, (vermutlich) um über 50% von derzeit 1,90 Euro auf 2,90 Euro.
Und warum vermutlich, warum nicht verbindlich? Weil auf der Homepage des Blättchens davon nix steht. Liegt vielleicht daran, dass noch kein neuer Werbebanner auf der Site eingesetzt wurde. Die Mediadaten wurden auch nicht aktualisiert. Schwamm drüber, liest eh (kaum) (k)einer.
Dabei ist es doch interessant zu wissen, dass eine Seite Werbung im Poker Blatt, über 5.000 Euro kosten soll. Und dass die Startauflage mal 80.000 Exemplare umfasst haben soll.
Üblicherweise findet sich in Mediadaten immer ein Hinweis auf die Zahl der tatsächlich gedruckten Exemplare, die Zahl der tatsächlich verkauften Exemplare und die Reichweite, also, wie viele Menschen das Magazine vermutlich (oder basierend auf statistischen Erhebungen tatsächlich) lesen. Dieser Wert ist in der Regel deutlich höher als die Zahl der verkauften Exemplare. Aber solche Nebensächlichkeiten finden sich in den Mediadaten des Poker Blatt nicht.
Doch damit derjenige der zum Beispiel für über 5.000 Euro ne Werbung in einem Magazin schaltet will, dessen Startauflage 80.000 Exemplare umfasste, aber von dem (vermutlich) niemand genau weiß, wie viele Exemplare verkauft werden, damit derjenige weiß, dass diese ganzen Angaben die in den Mediadaten stehen stimmen oder eben Informationen bekommt, die in den Mediadaten fehlen, gibts in Deutschland (natürlich) ne Stelle, die das jeweilige Medium überprüft und Daten sammelt.
Die nennt sich Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW), ist ein eingetragener Verein und keine Behörde. Die Prüfung der jeweiligen Medien durch die IVW erfolgt freiwillig. Oder anders gesagt: Die Prüfung erfolgt eben nicht, wenn man sich nicht prüfen lassen will.
Jetzt soll niemand raten, was wohl passiert, wenn in der Datenbank der IVW nach dem "Poker Blatt" gesucht wird. Na, die Antwort ist doch einfach: Es findet sich nix.
Kein Poker Magazin, kein Poker Blatt, kein Poker irgendwas - es findet sich nichts. Das ist nicht schlimm. Denn die Richtigkeit von in Mediadaten verbreiteten Informationen interessieren ohnehin nur die Leute aus den Marketing-Abteilungen oder eben denjenigen, der für über 5.000 Euro ne Werbung schalten will.
Den Endverbrucher interessiert der Kaufpreis. Also: Das Poker Blatt erhöht (vermutlich) mit der kommenden Ausgabe (ist ab 25. Juni im Handel) seinen Verkaufspreis um über 50% auf 2,90 Euro.
Das dürfte vermulich stimmen, wenn man sich auf die Informationen verlässt, die auf der Homepage vom Poker Blatt fehlen und die man im Werbebanner auf Poker Olymp findet.
Sonntag, 22. Juni 2008
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